Naturschutzgebiet Chrummhaalde © Pro Natura Schaffhausen

​Naturschutzgebiet Chrummhaalde

In diesem lichten Föhrenwald findet man nebst zahlreichen Wildobstbäumen auch viele blühende Wiesenpartien mit einer Vielzahl an Orchideen

Wildobst-Genpool und Lebensraum gefährdeter Insekten

Das Schutzgebiet Chrummhalde ist geprät von lichten Waldpartien mit zahlreichen Föhren. Auf den dazwischenliegenden Trockenwiesen blühen zahlreiche Orchideenarten. Die Strukturvielfalt dieses Waldes mit Trockenwiesen und kleinen Steinbrüchen gewährt Schutz und Lebensraum für zahlreiche in der Schweiz gefährdete Insektenarten. Zudem dient das Schutzgebiet Chrummhalde mit seinem Vorkommen an Wildbirnen und Wildäpfeln als «Versicherung» für die Schweizer Obstzüchtung. Durch die Vielzahl an ursprünglichen und wilden Obstsorten bildet das Schutzgebiet einen Wildobst-Genpool von schweizerischer Bedeutung. 

Gefährdung durch Verbuschung

Der im vergangenen Jahrhundert einsetzende Strukturwandel in der Schweizer Landwirtschaft führte zu einem Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe. Zusammen mit der zunehmenden Mechanisierung führte dieser Trend zu einer Konzentration auf maschinell nutzbare Flächen. Dies führte mitunter zu einer Verbuschung von zuvor als Weiden oder Kulturland genutzten Flächen im Wald. Auch die wertvollen Magerwiesen und lichten Waldpartien der steilen südexponierten Hänge im Schutzgebiet Chrummhalde sind von der Verbuschung gefährdeten.

Die Schutzziele im Schutzgebiet Chrummhalde

Um der Verbuschung entgegenzuwirken mäht Pro Natura die südexponierten Hänge der Chrummhalde wieder regelmässig. Durch die gezielte Förderung von seltenen Tier- und Pflanzenarten - den sogenannten Zielarten-, durch die Schaffung von offenen Flächen und dem Anlegen von Asthaufen wird die Strukturvielfalt und das Artenreichtum gezielt gefördert. Dank dieser Massnahmen kann das sensible Ökosystem erhalten und dadurch wertvoller Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten gesichert werden.

Tier- und Pflanzenarten

Wildbirne, Wildapfel, 42 Schmetterlingsarten (2 Rote Liste Arten), 52 Stechimmenarten (6 Rote Liste Arten), 22 Ameisenarten (2 Rote Liste Arten), Ameisenlöwe, 7 Heuschreckenarten (2 Rote Liste Arten), Kleinspecht, Berglaubsänger, Schwarzspecht, Orchideenarten (Orchis insectifera, Orchis militaris, Cephalanthera, Gymnadenia)

Das Schutzgebiet Chrummhalde (Bargen) dient mit seinem Gemisch aus lichtem Föhrenwald, Trockenwiesen und Steinbrüchen als Lebensraum für viele Insekten und ist durch eine Vielzahl an Orchideen charakterisiert.

Auf offiziellen Wegen aufhalten, Fahrverbot, Hunde sind an der Leine zu führen.



Wann besuchen
Frühling (Orchideenblüte) und Sommer
Wo
Trockenwarme Südhänge bei Bargen im Schaffhauser Randen
Karte: 1:25000, Blatt 1011 Beggingen.
Fläche
368,25 Aren
Anreise
Mit den SBB nach Schaffhausen, dann mit dem Postauto (NFB 23) Richtung Bargen Dorf bis Haltestelle Bargen Dorf.