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Unsere Naturschutzgebiete

Sie bewundern stolze Waldföhren in einem lichten Wald, geniessen ein Konzert von Laubfröschen oder bestaunen blühende Orchideen auf einer Trespenwiese. Gut möglich, dass Sie dies in einem Pro Natura Naturschutzgebiet tun.

Im Kanton Schaffhausen besitzt Pro Natura 28 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 60 Hektaren. Der Hauptteil der Flächen liegt im Schutzgebiet Randen, das sich durch zahlreiche botanische und zoologische Kostbarkeiten und Raritäten auszeichnet. Pro Natura Schaffhausen plant, koordiniert und erledigt die Pflegemassnahmen in den Schutzgebieten.

Vielfalt durch extensive Nutzung und naturräumliche Besonderheiten

Die meisten Schutzgebiete von Pro Natura befinden sich an südexponierten Hängen des Schaffhauser Randens. Diese sind durch flachgründige, steinige und sich daher rasch aufwärmende Böden geprägt. Die limitierenden Faktoren, zusammen mit dem geringen Jahresniederschlag (700 – 909 mm), sind primär dafür verantwortlich, dass der Randen mit artenreichen Halbtrockenrasen bestückt ist, welche Refugien für viele in der Schweiz gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind. Es ist daher auch nicht erstaunlich, dass der Randen als nordöstlicher Ausläufer des Tafeljuras im Jahre 1977 in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen wurde.

Neben diesen geologisch, geomorphologisch und klimatisch bedingten Besonderheiten hat auch der Mensch massgeblich zum Artenreichtum auf dem Randen beigetragen. Die extensive Nutzung der steilen Hänge ist für den heutigen Reichtum an ökologisch wertvollen Strukturen verantwortlich. Durch die einstmals kleinräumig strukturierten Besitzverhältnisse wurden die Flächen damals mit unterschiedlichen Frequenzen und Intensitäten bewirtschaftet. Da die Hänge meist steil und unwegsam sind, wurden sie vorwiegend extensiv, als Weiden oder zur Feuerholzgewinnung genutzt. Heute zeugen Lesesteinhaufen oder aber kleine Trockensteinmauern auf Wiesen und im Wald von dieser früheren Nutzung. Neben solch ökologisch wertvollen Steinstrukturen, die damals auf den Parzellengrenzen aufgeschichtet wurden, dienten auch Hecken der Grenzziehung zwischen den verschiedenen Grundstücken. Durch diese Vielfalt verschiedener Nutzungsformen entstand über die Jahre ein wertvolles Mosaik an Lebensräumen für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. 

Aufgabe der extensiven Nutzung gefährdet Struktur- und Artenreichtum

Im Rahmen der Gesamtmelioration kam es in der Schweiz im 20. Jahrhundert zu zahlreichen Landumlegungen mit dem Ziel, aus vielen kleinen Grundstücken grössere, zusammenhängende Parzellen zu schaffen. Diese Meliorationsmassnahmen führten zusammen mit der Modernisierung der Landwirtschaft dazu, dass viele der unwegsamen Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurden. Die meisten dieser Flächen sind heute von der Vergandung bedroht. Daher ist es ein zentrales Ziel von Pro Natura, diese ökologisch wertvollen Flächen vor der Verbuschung und Homogenisierung zu bewahren, um somit wichtige Lebensräume zu erhalten.

Informationen zu den Themen

Gesamtmeliorationen in der Schweiz

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