Naturschutzgebiet Laadel © Florin Rutschmann

Naturschutzgebiet Laadel

Die durch den Menschen gewonnenen Lebensräume beherbergen eine grosse Biodiversität. Liesse man im Laadel der Natur völlig freien Lauf, würden die offenen Wiesen bald verbuschen.

Der Laadel ist ein typisches Beispiel dafür, wie menschliches Eingreifen die ökologische Vielfalt fördern kann. Waldrodungen haben die landwirtschaftliche Nutzung erst ermöglicht. Gleichzeitig wurden dadurch strukturreiche Lebensräume geschaffen. Abgrenzende Trockensteinmauern sind die Wahlheimat der Eidechsen geworden, Hecken und lockere Waldränder ein Refugium für Singvögel. Die früheren extensiven Landwirtschaftsformen ermöglichten es vielen verschiedenen Pflanzen und Tieren sich zu etablieren. 
Das artenreiche Blütenmeer der Magerwiesen des Laadels zieht noch heute viele Insekten und über 60 Schmetterlingsarten an. Diese finden hier ausreichend Nektar sowie geeignete Futterpflanzen für ihre Brut. Natürliche Feinde, wie Eidechse, Vögel oder der fluggewandte Libellen-Schmetterlingshaft, profitieren wiederum von den reichen Falterpopulationen. Dieses komplexe Netzwerk ist stark vom Erhalt der Wiese abhängig. Regelmässige Entbuschungsarbeiten und gestaffelte Mahd verhindern, dass der Wald sein Territorium zurückerobert.

Die Armut der fetten Wiesen

Wenn Sie vom Dorf in Richtung Laadel spazieren, kommen sie erst an intensiv genutzten Wiesen vorbei und werden erstaunt feststellen, dass man den Unterschied zur Magerwiese nicht nur sehen, sondern auch hören kann. Intensiv gedüngte, mehrschürige Fettwiesen begünstigen wenige konkurrenzstarke und auf sehr nährstoffreichen Boden angepasste Pflanzenarten, die alle anderen Arten schnell in den Schatten stellen. Somit haben seltene, konkurrenzschwache und auf magerere Bodenverhältnisse angepasste Pflanzen wie Orchideen, keine Chance sich in den modernen Futterwiesen zu behaupten. Auch Insekten finden statt Blüten nur „grüne Biomasse“ vor, die meist keine geeignete Futterquelle darstellt. Darum verstummt das Gesumm und Gezierpe in der modernen Kulturlandschaft. Umso wichtiger ist es heute, in Schutzgebieten die einstige Vielfalt zu erhalten.

Die Schutzziele im Laadel

Um den Erhalt der Magerwiesen und des Lichten Waldes zu gewährleisten, werden wertvolle Waldbereiche regelmässig entbuscht und die Wiesen per Pflegevertrag Stück für Stück zu unterschiedlichen Zeitpunkten von Landwirten gemäht. Freiwillige, Jugendgruppen und Schulklassen helfen mit, Lesesteine, Heu und Äste zusammen zu tragen und Kleinstrukturen zu schaffen, damit möglichst viele Bewohner im Laadel den geeigneten Lebensraum finden.
 

Mosaik aus Magerwiesen, Feldgehölzen, Hecken und lichten Wäldern. Lebensraum für Orchideen, Insekten und Reptilien.

Auf offiziellen Wegen aufhalten, Fahrverbot, Hunde sind an der Leine zu führen.


Laadel nach der Auflichtung © Pro Natura Schaffhausen
Laadel vor der Auflichtung © Pro Natura Schaffhausen
Entbuschung eines potentiellen Orchideen Standortes
Wann besuchen
Frühling (Orchideenblüte) und Sommer
Wo
Trockenwarme Südhänge bei Merishausen im Schaffhauser Randen.
Karte: 1:25000, Blatt 1011 Beggingen.
Weiteres
Zusätzliche Informationen sind bei Pro Natura Schaffhausen erhältlich.
Anreise
Mit den SBB nach Schaffhausen, dann mit dem Postauto Richtung Bargen Dorf bis Haltestelle Merishausen, Gemeindehaus.