Naturschutzgebiet Laadel © Florin Rutschmann

Naturschutzgebiet Laadel

Liesse man im Laadel der Natur völlig freien Lauf, würden die offenen Wiesen bald verbuschen. Wald würde in wenigen Jahrzehnten das Gebiet bedecken.

Der Laadel braucht Pflege, denn ursprünglich war es der Mensch, der die strukturreichen Lebensräume geschaffen hat. Diese Lebensräume beheimaten heute so manche Tier- und Pflanzenart. 

Für die Eidechsen darf’s eine Trockenmauer sein, für die Singvögel Hecken und lockere Waldränder, für die Wiesenblumen ein magerer Boden und für die Schmetterlinge ein Blütenmeer: Früher haben extensive Landwirtschaftsformen vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. Heute schichten Freiwillige, Jugendgruppen und Schulklassen Lesesteinhaufen auf - oder sie helfen beim Heuen der Magerwiesen. Aber, nur ja nie alles aufs Mal mähen! Wohin sollen sich sonst all die Heuschrecken und Käfer, die Bienen und Ameisen zurückziehen, welche in und um die Wiesen leben?

Räuber im Schmetterlingsparadies

Wenn Sie vom Dorf in Richtung Laadel spazieren, sehen, hören und erleben Sie den Unterschied zwischen landwirtschaftlich intensiv genutzten Fettwiesen und den artenreichen Magerwiesen im Laadel: Hier zirpen Heuschrecken und in den duftenden Blumen suchen über 60 Schmetterlingsarten nach Nektar. Unter sie mischt sich auch einer, der zwar aussieht wie ein Tagfalter, aber doch keiner ist: Der fluggewandte Libellen-Schmetterlingshaft macht Jagd auf echte Schmetterlinge und andere Insekten. Entlang gebüschreicher Waldränder, in denen die Singvögel zwitschern, gelangen Sie in den Wald. Föhren- und Buchenmischbestände wechseln sich hier ab. Richten Sie im Frühling Ihren Blick auf den Boden: Sie werden über die kunstvollen Blütenformen der Orchideen in den Magerwiesen staunen!

Mosaik aus Magerwiesen, Feldgehölzen, Hecken und lichten Wäldern. Lebensraum für Orchideen, Insekten und Reptilien.

Auf offiziellen Wegen aufhalten, Fahrverbot, Hunde sind an der Leine zu führen.


Wann besuchen
Frühling (Orchideenblüte) und Sommer
Wo
Trockenwarme Südhänge bei Merishausen im Schaffhauser Randen.
Karte: 1:25000, Blatt 1011 Beggingen.
Weiteres
Zusätzliche Informationen sind bei Pro Natura Schaffhausen erhältlich.
Anreise
Mit den SBB nach Schaffhausen, dann mit dem Postauto Richtung Bargen Dorf bis Haltestelle Merishausen, Gemeindehaus.