Waldwiese © Pro Natura Schaffhausen

Naturschutzgebiet Oberbärghaalde

Eine kleinstrukturierte und sehr artenreiche Steilhalde an den Südhängen von Hemmental

Die Fläche des heutigen Naturschutzgebietes Oberberghaalde wurde früher als Mähwiese und extensives Weideland genutzt. Die landwirtschaftliche Nutzung führte dazu, dass die Hänge der Oberbärghaalde noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu unbewaldet waren. 
Das Naturschutzgebiet ist durch eine reiche Strukturvielfalt charakterisiert. Die Fülle an Kleinstrukturen bietet Lebensraum für zahlreiche Arten, weshalb dieses Gebiet eine besonders hohe Biodiversität aufweist. Grund für diesen Reichtum an ökologischen Strukturen ist mitunter die schmale Parzellierung der Flächen. Die unterschiedlichen Nutzungsfrequenzen und Pflegegewohnheiten der Eigentümer führten zu einem Mosaik an Parzellen in unterschiedlichen Sukzessionsstadien und mit ungleicher Nutzung.
Im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden kam es in Hemmental bis anhin noch nicht zu einer Melioration. Daher ist das Naturschutzgebiet noch immer in kleine Parzellen unterteilt. Das Mosaik von mageren Halbtrockenrasen und lichten Waldstellen bietet einen optimalen Lebensraum für zahlreiche in der Schweiz gefährdete Pflanzen- und Insektenarten.

Verbuschung gefährdet die artenreichen Magerwiesen und die lichten Waldstellen

Durch das Aufgeben der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen vereinheitlicht sich die kleinstrukturierte Dynamik der einzelnen Parzellen. Kommt es nicht mehr zur regelmässigen Mahd der Wiesen, sind diese von der Verbuschung bedroht und langfristig würde auf allen Flächen, dichter Wald wachsen. Folglich ist die Struktur- und mit ihr die Artenvielfalt der Oberbärghaalde bedroht. 

Die Schutzziele in der Oberbärghaalde

Um die Strukturvielfalt zu erhalten, ist das Schutzgebiet in verschiedene Einheiten aufgeteilt, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr gepflegt werden. Damit kann das frühere Lebensraummosaik mit seiner natürlichen Dynamik der Teilflächen erhalten bleiben. Neben der Mahd der Wiesen gehört das Durchforsten zugewachsener Waldpartien und Waldränder zu den Pflegearbeiten in der Oberberghaalde. Durch das Freistellen wertvoller Lichtbaumarten und das Anlegen von Kleinstrukturen wie Ast-, Stein- oder Grashaufen und dem Stehenlassen von Totholz werden ökologische Nischen geschaffen. Die Förderung solch spezifischer Kleinstrukturen bietet Schutz und Lebensraum für gefährdete Insekten- und Pflanzenarten. 
 

Tier- und Pflanzenarten     

Acker-Wachtelweizen, Bocksriemenzunge, Schmetterlingshaft, Elsbeeren,Wildobst Roter und westlicher Scheckenfalter, Orchideenvielfalt (Cephalanthera, Orchis militaris, Gymnadenia conopsea, Himantoglossum, Orchis pallens, Orchis mascula, Plantanthera, Epipactis)
67 Schmetterlingsarten (5 Rote Liste Arten), 48 Stechimmenarten (5 Rote Liste Arten), 18 Ameisenarten (3 Rote Liste Arten), 14 Heuschreckenarten (5 Rote Liste Arten)

Oberbärghaalde (Hemmental), ein vielfältig strukturiertes Naturschutzgebiet mit vielen Hecken und Magerwiesen.

Auf offiziellen Wegen aufhalten, Fahrverbot, Hunde sind an der Leine zu führen


Wann besuchen
Frühling (Orchideenblüte) und Sommer
Wo
Trockenwarme Südhänge bei Hemmental
Karte: 1:25000, Blatt 1031 Neunkirch
Fläche
220,69 Aren
Anreise
Mit den SBB nach Schaffhausen, dann mit dem Postauto (NFB 22) Richtung Hemmental, Dorfplatz bis Haltestelle Hemmental, Dorfplatz.