Naturschutzgebiet ​Tüüfels-Chuchi Pro Natura Schaffhausen
Schaffhausen

Naturschutzgebiet ​Tüüfels-Chuchi

Das älteste Naturschutzgebiet von Pro Natura Schaffhausen beherbergt eine beeindruckende Vielfalt: Kalkfelswände, ein Weiher sowie verschiedene Ast- und Steinhaufen bieten wichtige Kleinstrukturen für gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

Ein Paradies für den Artenreichtum

Die weissen Fronten aus Kalkfelswänden über dem Weiher der Tüüfels-Chuchi funktionieren wie ein Wärmespeicher. Kein Wunder also, dass im Gebiet zahlreiche wärmeliebende Arten anzutreffen sind. Um die Felsen erstreckt sich ein Trockenwald, mit Speierlingen, Eichen und Hainbuchen, unter denen sich viele auch seltene Pflanzen angesiedelt haben. Wenn die weisse Blüte des Färber Waldmeisters wie Neuschnee unter den Bäumen liegt, der Duft der Wald-Bergminze zu riechen ist und Flügelginster, Berg-Kronwicke und Behaarte Karde farbenfrohe Flecken ins Unterholz zaubern, wird man sich der Vielfalt dieses Gebietes bewusst. Vor dem gestuften Waldrand mit Saumstrukturen befinden sich artenreiche Fromentalwiesen, die mit größter Sorgfalt erhalten werden.  
 

Gefährdung der Vielfalt

Durch gestaffelte Schenkungen zwischen 1940 bis 1955 wurde das jetzige gut 210 Aren umfassende Gebiet Eigentum von Pro Natura. Seither hat Naturschutz im Gebiet Vorrang gegenüber anderen Nutzungen. Liesse man in der Tüüfels-Chuchi der Natur ihren freien Lauf, so wären die Extensivwiesen und lichten Waldrandpartien mit ihren wertvollen und gefährdeten Pflanzenarten schon längst von konkurrenzstärkeren Arten, wie etwa dem Gemeinen Hasel, Brombeeren, Hartriegel und Waldreben vollständig überwachsen. Zudem würde das Aufkommen von Gehölzen die Felsaufschlüsse in den Schatten tauchen und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten aus ihrem Lebensraum vertreiben.

Die Schutzziele in der Tüüfels-Chuchi

Um die vorhandene Strukturvielfalt zu erhalten, werden die Extensivwiesen gestaffelt zu unterschiedlichen Terminen gemäht. Zudem werden die Waldränder und Waldpartien regelmässig entbuscht, damit die Karsthöhlen nicht zuwachsen und die Kalkfelswände genügend Sonnenlicht erhalten. Um gefährdeten Tierarten im Schutzgebiet genügend Lebensraum zu bieten, schaffte Pro Natura zudem zahlreiche Strukturen wie Ast- und Lesesteinhaufen, Steinlinsen, Hecken sowie einen neuen Weiher.